Gestern veröffentlichte Leo XIV. eine Botschaft zum „Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung“. Er greift darin das ökologische Vokabular auf, das eng mit dem Pontifikat von Franziskus verbunden ist. Unter Bezugnahme auf „Laudato Si’“ spricht er von einer „authentischen ökologischen Umkehr“ und verwendet Metaphern wie „die Ökosysteme des menschlichen Herzens“.
Zum ganzen Artikel Fünfzehn Monate nach der Wahl Leos XIV. sind alle wichtigen Schlüsselpositionen im Vatikan weiterhin mit Prälaten besetzt, die von Franziskus ernannt wurden. Noch mehr enttäuschte Leo XIV. mit seinen Bischofsernennungen alle, die sich ein Ende der bergoglianischen Ära erhofft hatten. Nun könnte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin vor der Ablösung stehen, vermuten italienische Medien. Besonders bemerkenswert ist der Name des möglichen Nachfolgers als Staatssekretär.
Zum ganzen Artikel „Für mich ist die Kirche synodal“, sagte Bischof Heiner Wilmer, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, am 21. August in einem Interview. Auf die Frage nach der Laienpredigt während der Eucharistiefeier räumte Bischof Wilmer ein, dass es „viele“ getaufte Frauen und Männer gebe, die sich seit Jahren mit diesem Thema beschäftigten, und dass sich darum herum eine „Kultur“ entwickelt habe.
Zum ganzen Artikel Weil der kürzlich renovierte Kirchenparkplatz nicht nur von Gemeindemitgliedern genutzt wird, hebt eine Pfarrei in Skorzewo unweit der polnischen Stadt Posen nun ungewöhnliche Parkgebühren ein. Für eine Stunde Parken auf dem im Ortszentrum gelegenen Parkplatz „bezahlen“ Autofahrer mit einem Vaterunser. Wer bis zu vier Stunden parkt, muss die Marienlitanei für die Anliegen der Gemeinde beten.
Zum ganzen Artikel Der spanische Priester Fernando Cuevas hat in den letzten 15 Jahren 1.280 Menschen geholfen, einen Ehepartner zu finden. Seine Hilfsmittel waren WhatsApp und ein einfacher Fragebogen. „Ich habe keine besondere Gabe. Ich bin Priester und vertraue vollständig auf die Vorsehung“, sagt er. Er sei überzeugt, dass Gott für jeden Menschen einen konkreten Plan habe, dazu zählt auch der richtige Ehepartner.
Zum ganzen Artikel Auf dem italienischen Portal „Radio Spada“ hat der Autor Andrea Giacobazzi einen ausführlichen Essay veröffentlicht, in dem er zur „Exkommunikation“ Stellung nimmt, die der Vatikan am 2. Juli 2026 im Zusammenhang mit den Bischofsweihen der Priesterbruderschaft St. Pius X. erklärte.
Giacobazzi schildert seine langjährige Verbundenheit mit der Bruderschaft: Er habe die Nachricht von der Sanktion ausgerechnet am Grab von Erzbischof Marcel Lefebvre im Priesterseminar Ecône erhalten. Er berichtet, seine Kinder von Priestern der Bruderschaft habe taufen lassen, seine Trauung und die Beerdigung eines Kindes seien ebenfalls von durch die Bruderschaft erfolgt. Diese biografischen Details dienten nicht der Selbstdarstellung, sondern der Einordnung: Er zähle damit zu jenem Personenkreis, den die vatikanische Erklärung als von „nachgewiesener Zurechenbarkeit„ betroffen beschreibe. Er erkenne die Exkommunikation nicht an, halte sie für ungültig, werde aber weder Rechtsmittel einlegen noch um kirchliche „Versöhnung“ ersuchen, da er sich nie von der katholischen Kirche getrennt habe – anders als Häretiker und Schismatiker, die von Rom deutlich nachsichtiger behandelt werden.
Zentrales Bild des Essays ist die bevorstehende „Wüstenwanderung„: Giacobazzi warnt davor, diese Phase zu verharmlosen, und zitiert den Ausspruch des heiligen Philipp Neri über die eigene Schwäche: “Lege mir, o Herr, Deine Hand auf den Kopf, sonst werde ich heute zum Türken. Herr, nimm Deine Hand nicht von meinem Kopf, sonst werde ich Euch heute wie Judas verraten„.
Die Kirchenkrise seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil sei nicht mehr eine vorübergehende Erscheinung, sondern inzwischen ein verfestigtes System. Mit Verweis auf ein Gespräch nach der Wahl von Leo XIV. – dessen Pontifikat keine grundlegende Änderung gegenüber der Linie von Papst Franziskus gebracht habe – entwickelt der Autor zwei Ebenen der Antwort auf die Frage, wie lange die Krise noch andauern werde: eine subjektive, für die er den französischen Philosophen Gustave Thibon zitiert: “Diejenigen, die mit solchen Ausbrüchen der Ungeduld den Triumph ihres Gottes herbeirufen, zeigen damit, dass sie sich dieses Triumphs nicht sehr sicher sind„. Die objektive Ebene der Antwort basiert auf einen Text des hl. Johannes Bosco, wonach die Kirche trotz aller Schwierigkeiten ihre Wesensmerkmale nie verliere, auch wenn der Zugang zu den Gnadenmitteln zeitweise erschwert sein könne.
Einen breiten Raum nimmt die Auseinandersetzung mit dem „konservativ-gemäßigten“ kirchlichen Lager ein. Dieses fungiere als eine Art „revolutionärer Stabilisator„, der den wesentlichen Kern des Neomodernismus mittrage, während er nur dessen ästhetisch unangenehmste Ausprägungen ablehne. Als Beispiel nennt er eine Bußprozession in Carpi gegen eine blasphemische Ausstellung, bei der ausschließlich Priester der FSSPX beziehungsweise mit ihren Bischöfen im Streit liegende Diözesanpriester präsent waren.
Er zieht zudem einen historischen Vergleich zur Gründung der „National-Demokratischen Partei Deutschlands“ in der DDR, die einst ehemalige NSDAP-Mitglieder in das sozialistische System habe einbinden sollen – ein Vergleich, mit dem er die Funktion des gemäßigt-konservativen Lagers innerhalb der Kirche beschreibt.
Ausführlich behandelt der Autor auch das Verhältnis der Bruderschaft zu Rom. Er distanziert sich von einer rein sentimentalen Romtreue und plädiert stattdessen für eine Unterordnung unter den Papst, die an die Wahrheit der Lehre gebunden bleibt. Zur Illustration verweist er auf historische Präzedenzfälle – etwa den Streit um die Irrtümer Papst Johannes’ XXII. zur Visio beatifica oder die nachträgliche Verurteilung Papst Honorius’ I. – um zu zeigen, dass die Beziehung zwischen Gläubigen und dem Papstamt in der Kirchengeschichte komplexer gewesen sei als ein bloß mechanischer Gehorsam.
Zum ganzen Artikel