Die Situation im Vatikan sorgt bei manchen für gerunzelte Augenbrauen: Nicht nur, dass wichtige Leitungsebenen bis heute meistenteils mit Figuren aus der Bergoglio-Zeit besetzt sind. Darüber hinaus gibt es nach wie vor einen breiten informellen Einfluss in Richtung von Anliegen, die Franziskus sehr am Herzen lagen.
Zum ganzen Artikel Zehn Bischöfe und fast 200 Teilnehmer versammelten sich am 4. September in der Generalkurie der Jesuiten in Rom zu einer Konferenz zum Thema Homosexualität. Ein Theologe stellte die Arbeit der Arbeitsgruppe 9 der Weltbischofssynode vor und hinterfragte die „Formulierung“ der moralischen Normen der Kirche. Bischof Francesco Savino beschrieb seine Begegnung mit Homosexuellen beim vergangenen Jubiläum als eine „erleuchtende“ Erfahrung: „Ich habe mich bekehrt.“
Zum ganzen Artikel Bischof Joseph E. Strickland veröffentlicht einen neuen Hirtenbrief: Er will die Wunden nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil untersuchen. In dem am 12. September veröffentlichten Hirtenbrief mit dem Titel „Geh und repariere mein Haus, das, wie du siehst, langsam verfällt„ wendet sich Bischof Joseph E. Strickland an jene Gläubigen, die ihm zuletzt einen Kurswechsel vorgeworfen hatten.
Der Text ist als direkte Antwort auf Sorgen konzipiert, er könne sich der offiziellen kirchlichen Linie annähern und seine früheren klareren Positionen zur nachkonziliaren Krise, zur überlieferten Heiligen Messe und zu Erzbischof Marcel Lefebvre aufweichen.
Strickland stellt gleich zu Beginn klar: „Ich habe mich nicht bewegt.“ Dieser Satz zieht sich als Leitmotiv durch den gesamten Brief.
Der Kern des Schreibens ist eine Abgrenzung von zwei Deutungen, die nach Stricklands Auffassung beide zu kurz griffen: Weder die These, das Konzil selbst habe die Krise verursacht, noch die gegenteilige Behauptung, es habe allein an der Umsetzung gelegen, hält er für ausreichend. Er formuliert sein methodisches Programm in einem knappen Dreischritt: Man müsse Kontinuität dort zeigen, wo sie bestehe, Mehrdeutigkeiten benennen, wo sie vorlägen, und einen Bruch lokalisieren, wo tatsächlich einer stattgefunden habe.
Ausdrücklich beruft er sich dabei auf Papst Benedikt XVI. und dessen Unterscheidung zwischen einer „Hermeneutik des Bruchs„ und einer „Hermeneutik der Reform“ aus der Kurienansprache vom 22. Dezember 2005. Zugleich mahnt er, Kontinuität dürfe nicht bloß behauptet, sondern müsse nachgewiesen werden – auch die schwierigeren Konzilsdokumente sollten dabei nicht ausgespart werden.
Bemerkenswert offen äußert sich Strickland erneut zu Erzbischof Lefebvre. Er wiederholt seine frühere Einschätzung, es sei möglich, dass die Kirche dessen Heiligkeit eines Tages anerkenne, betont aber zugleich, dieses Urteil stehe nicht ihm, sondern der Kirche zu. Bildhaft beschreibt er die Rollenverteilung: Vielleicht sei Erzbischof Lefebvre berufen gewesen, „an einem Ufer festzuhalten, das zu verschwinden schien„, während seine eigene Aufgabe nun darin bestehe, „von diesem Ufer aus eine Brücke zu bauen“.
Diese Brücke sei jedoch, so betont er mehrfach, kein Kompromiss zwischen Wahrheit und Irrtum und keine Suche nach einer bequemen Mitte zwischen Tradition und Modernismus. Ihr Fundament müsse die Heilige Schrift und die Überlieferung sein, ihre Säulen die beständige Lehre der Kirche, ihr Ziel Jesus Christus.
Um seine bischöfliche Verantwortung zu begründen, greift Strickland auf ein Bild zurück: Ein Vater, der ernsthafte Schäden am Haus der Familie entdecke, könne nicht einfach sagen, er habe sie nicht verursacht, und weggehen – er müsse das Fundament prüfen, fehlende Steine identifizieren und das Haus wiederherstellen. Er selbst habe die Wunden der nachkonziliaren Zeit nicht verursacht, trage als Bischof aber Verantwortung für ihre Heilung. Die Frage dürfe nicht länger an künftige Bischofsgenerationen weitergereicht werden.
Der Brief endet mit einem doppelten Appell. An traditionsverbundene Katholiken gerichtet, verlangt Strickland keine Aufgabe ihrer Überzeugungen, sondern fordert sie auf, alles mitzubringen, was die Kirche überliefert habe – Heilige Schrift, Kirchenväter, Katechismen, die überlieferte Liturgie. An die Verteidiger des Konzils richtet er die Bitte, ernsthafte Fragen nicht als Ungehorsam zu behandeln und das II. Vatikanum nicht für Dinge in Anspruch zu nehmen, die es tatsächlich nicht gesagt habe.
Sein Schlussappell lautet, gemeinsam „nicht auf eine neue Kirche„ zuzugehen, sondern auf „die Fülle des katholischen Glaubens, den wir empfangen haben“.
Zum ganzen Artikel An der Sir-Karl-Popper-Volksschule im 15. Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim-Fünfhaus erleben christliche Familien zum Schulstart einen Schlag ins Gesicht: Der römisch-katholische Religionsunterricht für die vierten Klassen wird schlichtweg nicht mehr angeboten. Der islamische Religionsunterricht läuft dagegen ungestört weiter.
Zum ganzen Artikel Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat sich erstmals zum Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt geäußert. Dabei kritisierte sie die Brandmauern gegen migrationskritische Parteien in ganz Europa. „Wie man sieht, ist das eine Strategie, die nicht funktioniert“, so die Politikerin. Parteien, die „Verteidigung von Identität, Kampf gegen illegale Masseneinwanderung und die Gefahr einer Islamisierung Europas“ zum Thema machten, seien in ganz Europa erfolgreich.
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